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Zuversicht im Licht finden
Published in: Posted on: October 19, 2017

Im Allgemeinen wissen wir, wie wir für uns zu sorgen haben. Wir wissen, welches Essen am gesündesten ist. Wir wissen, welche Angewohnheiten man vermeiden sollte (wie das Rauchen) und welche man annehmen sollte (wie Sport). Und wir wissen alle, dass wir jeden Tag Zahnseide benutzen sollten – ob wir es tatsächlich jeden Tag tun, ist etwas völlig anderes! Emotionales und spirituelles Wohlbefinden zu pflegen ist zwar nicht so weitläufig bekannt, aber ganz genauso wichtig. Wenn es uns gut geht, fühlen wir uns freudvoll und wollen das Leben erforschen, neugierig sein, vielleicht sogar Risiken eingehen. Doch wenn sich Zweifel, Unsicherheiten oder Negativität einschleichen, ist das Leben schwieriger und es ist nicht immer einfach, die Verbindung zum Schöpfer aufrecht zu erhalten. Wie können wir rundum Wohlbefinden bewahren? Die Antwort liegt im Licht.

Wir durchleben momentan was Forscher eine „Epidemie der Unsicherheit“ nennen, weil wir mehr und mehr Zeit in den Sozialen Netzwerken verbringen. Die „korrigierte“ Version der Leben Anderer zu sehen, kann täglich unser Selbstwertgefühl auf die Probe stellen. Eine schwedische Studie hat Selbstbewusstsein (und dessen Mangel) an Facebook-Gewohnheiten gekoppelt. Diejenigen, die übermäßig viel Zeit auf Facebook verbrachten (im Schnitt mehr als eine Stunde pro Tag), hatten häufiger ein niedriges Selbstwertgefühl. Eine andere Studie, durchgeführt von der University of Houston, fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für Probanden, „soziale Vergleiche“ anzustellen und depressive Symptome aufzuweisen, direkt damit in Verbindung stand, wie viel Zeit sie auf Facebook verbracht haben. An guten Tagen teilen wir die Freuden der Anderen und feiern deren Erfolge, ohne dass wir uns unserer eigenen Freude beraubt fühlen. Wir fühlen uns vollständig verbunden mit dem Licht des Schöpfers und sind inspiriert, zu teilen. An den nicht so guten Tagen fühlen wir uns gekränkt von den Freuden Anderer und deren scheinbar „perfektem“ Leben.
Diese negativen Gedanken trennen uns vom Licht. Mit mehr als einer Milliarde Menschen weltweit auf Facebook ist es kein Wunder, dass Soziologen und Psychologen die Verbindung Sozialer Netzwerke auf das Selbstwertgefühl untersuchen. Aber wir können dieses Phänomen verhindern (und damit ist nicht gemeint, dass wir unsere Accounts löschen), indem wir ein paar einfache Techniken anwenden, die unsere Verbindung mit dem Licht aufrecht erhalten und gleichzeitig ein höheres Bewusstsein ausbilden.

Negative Gedankenmuster wahrnehmen
Negative Gedankenmuster kommen oft vor, wenn wir das Gefühl haben, dass uns etwas im Leben fehlt. Sie können sich als niedriges Selbstbewusstsein äußern, einem Gefühl, immer mehr zu brauchen oder dem Impuls, etwas haben zu müssen, um erfüllt zu sein. Unsere Gefühle des Mangels zu erkennen, bevor sie sich in Unsicherheit und negative Gefühle Anderen gegenüber verwandeln, ist der Schlüssel dafür, emotionales Wohlbefinden zu bewahren. Nehmen Sie wahr, wenn negative Gedanken aufkommen und versuchen Sie, von einem Urteil darüber abzusehen. Haben Sie Mitgefühl mit sich selbst. Diese Gedanken sind normal. Erinnern Sie sich daran, dass Dinge nur Dinge sind. Sie kommen gut voran; das Leben ist ein fortschreitender Prozess. Wenn unsere grundlegenden menschlichen Bedürfnisse erfüllt sind und wir mit dem Licht verbunden sind, gibt es nur sehr wenig anderes, das wir wirklich brauchen.

Das Menschliche in Anderen sehen
Wir leben in einer unglaublichen Zeit der ständigen und außergewöhnlichen technologischen Fortschritte, die uns ermöglichen, mit unseren Freunden, der Familie und den Gemeinschaften, denen wir angehören, in Verbindung zu bleiben. Das kann eine schöne Sache sein. Doch trotz aller Vorteile der Technologie kann es sein, dass wir uns wegen ihr in die materielle Welt verstricken und anfangen, unseren Wert und unsere Würdigkeit im Verleich zu anderen zu definieren. Wenn Sie anfangen, sich und Ihr Leben mit den Errungenschaften Anderer zu vergleichen, halten Sie inne und sehen Sie deren Menschlichkeit. Alle von uns ringen auf ihre eigene Art. Jeder von uns hat ein einzigartiges Tikkun (Reparatur) in diesem Leben. Vielleicht ist ein Freund gerade befördert worden, während Sie auf der Suche nach einem neuen Job sind. Oder ein Familienmitglied gibt gerade dann eine Verlobung bekannt, wenn Sie kürzlich eine Beziehung beendet haben. Erinnern Sie sich, diese Menschen sind auf einem völlig anderen Weg als Sie, und auch wenn Sie es nicht sehen: die, mit denen Sie sich vergleichen, haben mit anderen Dingen zu kämpfen.

Eine positive Einstellung pflegen
Erkennen Sie die Dinge, die Sie aufbauen, die Sie eine starke Verbindung zum Schöpfer fühlen lassen. Dies sind die Dinge, auf die Sie zurückgreifen können, wenn negative Gedanken bei Ihnen die Führung übernehmen wollen. Überlegen Sie es sich, ob eine Liste von Menschen machen möchten, die Sie anrufen können, von Orten, an die Sie gehen können, oder Passagen, die Sie lesen können, die Ihnen dabei helfen werden, Negativität mit Wärme und Freude zu ersetzen. Bewahren Sie diese Liste in Ihrer Geldbörse auf oder speichern Sie sie im Handy. Mit der Zeit werden Sie die Angewohnheit annehmen, Ihre Perspektive zu ändern ohne auf die Liste zurückgreifen zu müssen. „Wenn wir bewusst die Größe wahrnehmen, die wir innehaben – ein Funken des unendlichen Lichts des Schöpfers – dann wird es uns so viel leichter fallen, unsere Energie mit Anderen zu teilen,“ sagt Karen Berg. „Wenn wir anfangen können, uns in unserem Leben mit unserer inneren Güte nur ein bisschen enger zu verbinden, wenn wir die Göttliche Energie fassen können, die uns erfüllt, und sie anderen zugute kommen lassen, dann können wir anfangen, das Leben auf einer vollkommen anderen Ebene zu erfahren. Durch die Verbindung mit dieser inneren Energie können wir präsent und erreichbar für Andere sein, selbst wenn wir uns gerade nicht toll fühlen, oder wenn alles nicht so ist, wie wir denken, dass es sein sollte.“ Jeder von uns wurde mit einer einzigartigen Bestimmung in diese Welt geboren und mit einzigartigen Fähigkeiten, diese Bestimmung zu leben. Wir müssen nur zum Licht des Schöpfers schauen, um zu finden, was wir brauchen. Unser Wert ist nicht im Vergleich mit Anderen zu finden, sondern im Vergleich mit unserem eigenen Potenzial, mit dem Licht, das wir in diese Welt bringen können.

Die Freiheit, sich zu verändern
Published in: Posted on: October 19, 2017

„Dem Menschen kann alles genommen werden, außer einer Sache - die letzte der menschlichen Freiheiten: Die Fähigkeit, seine Einstellung zu den Dingen zu wählen, die Fähigkeit, den eigenen Weg zu gehen.“ Viktor Frankl

Als wir jung waren, sehnten wir uns nach Freiheit – der Freiheit, um Mitternacht Süßigkeiten zu essen, der Freiheit, lange aufzubleiben und Gruselfilme zu schauen, der Freiheit hinzugehen, wo immer wir wollten und wann immer wir wollten. Wir stellten uns vor, 24 Stunden am Tag die Vorteile des Erwachsenseins zu genießen, wie ein großes, nie endenes Fest.

Unser jüngeres Ich hat sich vermutlich ausgemalt, dass wir als freie und unabhängige Seelen leben würden, sobald wir erwachsen wären. Aber wie viele von uns fühlen sich wirklich frei?

Von Zeit zu Zeit kann es sein, dass wir uns in verschiedenen Aspekten unseres Lebens gefangen fühlen. Manche fühlen sich in ihrer Karriere gefangen, Andere von familiären Verpflichtungen oder Beziehungen. Und wieder Andere machen ihre Gesundheit für einen scheinbaren Mangel an Möglichkeiten verantwortlich. Obwohl diese Hindernisse unser Leben zweifellos beeinflussen, halten sie nicht die Schlüssel zu unserer Freiheit in der Hand.
Es ist leicht, Dinge außerhalb unserer Selbst zu beschuldigen, all die Gründe aufzulisten, warum wir dies nicht machen können, das nicht versuchen, oder nach Besserem streben. „So viele Menschen verharren in Situationen, die sie unglücklich machen“, sagt Karen Berg. „Sie halten durch, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Lebensumstände ändern sollen. Wir bleiben in einer Beziehung, die uns nicht guttut, weil wir denken, dass es leichter ist, als allein zu sein. Aus dem selben Grund bleiben in einem unerfüllenden Job. Die meisten von uns sind Sklaven einer Sache. Doch wenn wir gefesselt an eine Situation oder Person unser Leben fristen, lassen wir dem Licht des Schöpfers keinen Platz, um zu wirken.

„Die Wahrheit ist, dass die Sache, die uns wirklich versklavt, oft unsere eigene Unfähigkeit ist, unsere Lebensumstände auf eine andere Art zu sehen. Versuchen Sie folgende Übung: Fragen Sie sich, was Sie in diesem Moment wirklich ändern möchten. Fragen Sie sich jetzt, warum Sie es nicht erreichen können. Es ist sehr wahrscheinlich, dass auf die letztere Frage sofort eine Reihe an Ausreden losrasselt. Jedes Mal, wenn eine Ausrede in Ihren Kopf kommt, fragen Sie sich noch einmal, warum. Fragen Sie so lange, bis Sie den wahren Grund gefunden haben, der Sie zurückhält.
Ist es Angst? Zweifel? Ein Gefühl der Überforderung? Was auch immer der Übeltäter sein mag, es kann oft genügen, Ihre Art und Weise neu auszurichten, Situationen und Möglichkeiten zu sehen, damit sich neue Gelegenheiten eröffnen. Es ist leicht, sich von negativen Gefühlen gefangennehmen zu lassen. Was wir oft nicht merken, ist, dass wir jederzeit Änderungen an unserem Leben vornehmen können. Wir können unseren Terminplan umstellen, wir können Verpflichtungen mindern und wir können neue Anstrengungen unternehmen, sobald wir merken, dass etwas für uns nicht stimmt. Und ja, wir können die Art, unser Leben zu sehen, verändern.

„Frei sein bedeutet, dass wir innehalten und uns fragen, was es in uns ist, das wir ändern wollen“, sagt Karen Berg, „anstatt sofort in unser typisches Verhaltensmuster zu rutschen, seien es Schuldzuweisungen, Ärger, Traurigkeit, oder was auch immer. ‚Aus dem Sklavenhaus heraus’ hat noch eine andere Bedeutung: dass uns nichts und niemand außer wir selbst versklaven kann. Ob wir im Gefängnis sind, krank im Bett liegen oder von wer weiß welcher Dunkelheit umgeben sind, wir wissen, dass die Dunkelheit niemals unsere Seele überwältigen kann. Wenn wir es schaffen, uns zu dieser Geistesfreiheit zu bringen, dann können wir vollkommen frei sein."

Ob Sie es glauben oder nicht, der Schöpfer ist immer auf unserer Seite. Sobald Sie die Entscheidung treffen, etwas zum Besseren zu verändern, wird das Licht des Schöpfers Türen öffnen, um Sie in Ihren Anstrengungen zu unterstützen. Sie sind jederzeit frei, eine Veränderung vorzunehmen und Sie sind niemals allein. In der Tat, wie Karen Berg uns erinnert, „Sklave einer Sache zu sein ist, die Tatsache zu verleugnen, dass Sie Teil des Schöpfers sind.“ Wenn Veränderung das ist, was Sie suchen, nehmen Sie sich Zeit und richten Sie Ihre Lebensumstände neu aus. Egal wie dunkel oder schwer, Sie haben immer die Freiheit, Aspekte Ihres Lebens zu ändern, auch wenn es nur die Art ist, wie Sie die Situation sehen. Wenn Sie eine bewusste Wahl treffen, um Ihre Freiheit zu trainieren, werden Sie ein Leuchtfeuer des Lichts für Andere, die vielleicht auch Veränderung suchen.

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„Dies ist also der Maßstab: wo bin ich, nicht in der Referenz zu Anderen, sondern in der Referenz zu mir selbst?“- Michael Berg 1 year 1 month ago
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