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Raum für das Licht schaffen
Published in: Posted on: November 12, 2018

Wöchentliche Botschaft von Karen Berg

Raum für das Licht schaffen

Für viele ist der Glaube ein Mysterium. Doch was genau ist ‚Glaube‘? Was ist seine Quelle? Ist der Glaube eine Art Hoffnung? Der Rav mochte das Wort Hoffnung nicht. Er ermutigte uns eher immer darin, uns des Lichts des Schöpfers wirklich gewisss zu sein. Es ist nicht ausreichend, nur an die Liebe des Schöpfers zu glauben oder auf sie zu hoffen. In unseren Herzen sollen wir ohne Zweifel wissen, dass die Liebe des Schöpfers für uns alle stets vorhanden ist. Das ist es, was der Rav ‚Gewissheit’ nannte. Denn die unendliche Liebe und die Präsenz des Schöpfers ist wie ein Sonnenaufgang: Wir wissen ohne jeden Zweifel, dass die Sonne an jedem Tag wieder aufgehen wird. Ganz gleich, wie dunkel die Nacht auch sein mag, wir sind immer vollkommen sicher, dass die Sonne wieder aufgehen wird - um uns zu unterstützen und um uns das Licht und die Wärme zur Verfügung zu stellen, die wir benötigen. Das ist es, was denjenigen zuteil wird, die Gewissheit haben. Es ist keine Blindheit oder etwa Naivität, sondern es ist das Wissen um des Schöpfers Präsenz in unserem Leben und in der Welt. Der Schöpfer - das Licht - ist nicht einfach nur ein Konzept, sondern es ist eine Kraftquelle, auf die man sich verlassen kann und von der wir in unserem Leben empfangen. In dieser Woche bittet uns der Kosmos, noch mehr von dieser Quelle zu erkennen, noch mehr dieses endlos energiegeladenen Krafterk anzuzapfen, das uns mit wahrer Freude, Erfüllung und authentischen Segnungen versorgt. Der Schöpfer bittet uns, unsere Herzen zu öffnen und Ihn hineinzulassen. 

 

Der Abschnitt in dieser Woche ist Behar. Behar bezieht sich auf den Berg Sinai, einer der kleineren Berge der Welt. Auf diesem Berg empfing die Welt diese grosse Segnung - eines unserer Werkzeuge, bekannt auch als ‚die Torah’. Die Kabbalisten lehren, dass die Grösse des Berges Sinai zeigt, dass dieser bescheiden und ohne Ego ist und es genau deshalb rechtfertigte, der Ort zu sein, an dem die Torah enthüllt wurde. Die Grundlage dieses Konzepts ist sehr schön. Wenn wir uns selbst als gross empfinden und meinen, unser Leben unter Kontrolle zu haben, ...drängen wir dann den Schöpfer nicht aus unserem Leben hinaus? Wollen wir wirklich, dass unsere Hände die einzigen Bewahrer unseres Lebens sind? Würden wir es nicht vorziehen, den Schöpfer als unseren Partner zu haben? Im letzten Teil des Abschnitts dieser Woche erinnert uns der Schöpfer an die Frage: „Gibt es irgendetwas, was zu schwer für mich ist?‘ Und der Berg Sinai lehrt uns, dass wir gerade in unseren bescheidenen Momenten Raum für den Schöpfer und für all seine Energie als Teil unseres Lebens schaffen können. Das ist das Geheimnis von Gewissheit. Sie bedeutet, die Kraft des Schöpfers zu kennen, um sie zu wissen und diese Energie in unser Leben eintreten zu lassen.

 

In Abschnitt Behar lehrt der Schöpfer die Israeliten, loszulassen, um einen Raum zu schaffen, sodass Sein Licht in deren Leben treten kann. Der Schöpfer sprach zu Moses und forderte ihn auf, den Israeliten zu vermitteln, wie kraftvoll es ist, weniger zu tun und mehr zu empfangen. Und so bittet auch uns der Schöpfer in dieser Woche, beiseite zu treten und eine Öffnung für Sein Licht zu schaffen - damit dieses in unser Leben treten kann und wir mehr bekommen werden, als wir es uns selbst jemals erschaffen könnten. Durch diesen Prozess werden wir ermutigt, den Schöpfer zu erkennen und wir lassen es zu, dass seine schöne und kraftvolle Energie sowohl unser eigenes Leben, als auch das Leben derer, die wir lieben und die gesamte Welt zum Besseren verändert.

 

Sehr häufig versuchen wir mit aller Kraft, unser Leben zu meistern, nur um dann zu erkennen, dass sich unsere Pläne doch in Luft auflösen und uns unsere Träume durch die Finger rinnen. Wenn wir denken, dass nur wir allein unsere Ziele erreichen könnten, dann wird das leider nicht immer funktionieren. Wie auch immer, dieser ‚Kampf’ im Leben ist nicht nötig. Es gibt ein System, das (wenn wir dafür offen sind, es anzuzapfen) uns helfen und nähren kann. Der Schöpfer bittet uns nur darum, eine kleine Öffnung (so klein wie ein Nadelöhr) zu erschaffen und dann wird er diese Öffnung vergrössern und sie zu einer Öffnung machen, durch die wir grosse Wunder erfahren können. Der Schöpfer kann Alles für uns tun. Der Schöpfer ist eine endlose, positive Quelle. Er ist da für uns und möchte mit uns teilen; wir müssen es ihm nur ermöglichen. Wenn wir uns mit seiner Energie verbinden, dann erfahren wir Wunder und schliesslich siegt der Geist über die Materie. Auch wenn wir mit unseren Augen die nächtliche Dunkelheit wahrnehmen, so können wir doch im Geiste sehen, wie die Sonne wieder aufgehen wird. Wenn wir offen dafür sind, ruhig zu sein und die Dinge einfach ein wenig loslassen, dann können wir mehr empfangen, als wir je dachten, dass es möglich sei.

 

Setzt Euch während Eurer Meditationen in dieser Woche still hin, schließt Eure Augen und nehmt einen tiefen Atemzug. Lasst uns an die Worte der Weisen erinnern: ‚Die Welt ist eine schmale Brücke und das Geheimnis des Lebens ist es, nicht ängstlich zu sein, diese zu überqueren‘. Sitzt ruhig, still und erlaubt es dieser Nachricht, in Euren Geist einzudringen. Dann erlaubt es dieser Weisheit, in Euer Herz hineinzufallen. Lasst es nicht nur ein Glaube an Eure eigenen Gedanken sein, sondern lasst es die Gewissheit Eures Herzens sein. Lasst die Hand des Schöpfers in Euer Leben, indem Ihr Eure eigene Hand einmal vom Ruder nehmt. Schafft einen Raum; erlaubt es dem Licht, einzutreten und Euch alles zu geben, was Ihr braucht  sowie die Wunder und die Liebe, die Ihr verdient. Erlaubt es Euch selbst, klein zu sein (wie der Berg Sinai) und lasst zu, dass grosse Dinge geschehen. Seht, wie die Sonne langsam am Horizont wieder aufgeht. Und seid im Angesicht dieser Grösse und Kraft demütig gegenüber der Schönheit und der Perfektion der Schöpfung. Heisst die grossartige Unterstützung dieses Lichts in Eurem Leben willkommen. Der Schöpfer liebt uns und er will nur das Beste für uns.

 

Manchmal müssen wir nur ein wenig Platz in unseren Herzen schaffen, sodass Er hereinkommen kann und wir die Fülle, die der Schöpfer mit uns teilen möchte, empfangen können.

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„Dies ist also der Maßstab: wo bin ich, nicht in der Referenz zu Anderen, sondern in der Referenz zu mir selbst?“- Michael Berg 2 years 2 months ago
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