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Raum für das Licht schaffen
Published in: Posted on: October 19, 2018

Wöchentliche Botschaft von Karen Berg

Raum für das Licht schaffen

Für viele ist der Glaube ein Mysterium. Doch was genau ist ‚Glaube‘? Was ist seine Quelle? Ist der Glaube eine Art Hoffnung? Der Rav mochte das Wort Hoffnung nicht. Er ermutigte uns eher immer darin, uns des Lichts des Schöpfers wirklich gewisss zu sein. Es ist nicht ausreichend, nur an die Liebe des Schöpfers zu glauben oder auf sie zu hoffen. In unseren Herzen sollen wir ohne Zweifel wissen, dass die Liebe des Schöpfers für uns alle stets vorhanden ist. Das ist es, was der Rav ‚Gewissheit’ nannte. Denn die unendliche Liebe und die Präsenz des Schöpfers ist wie ein Sonnenaufgang: Wir wissen ohne jeden Zweifel, dass die Sonne an jedem Tag wieder aufgehen wird. Ganz gleich, wie dunkel die Nacht auch sein mag, wir sind immer vollkommen sicher, dass die Sonne wieder aufgehen wird - um uns zu unterstützen und um uns das Licht und die Wärme zur Verfügung zu stellen, die wir benötigen. Das ist es, was denjenigen zuteil wird, die Gewissheit haben. Es ist keine Blindheit oder etwa Naivität, sondern es ist das Wissen um des Schöpfers Präsenz in unserem Leben und in der Welt. Der Schöpfer - das Licht - ist nicht einfach nur ein Konzept, sondern es ist eine Kraftquelle, auf die man sich verlassen kann und von der wir in unserem Leben empfangen. In dieser Woche bittet uns der Kosmos, noch mehr von dieser Quelle zu erkennen, noch mehr dieses endlos energiegeladenen Krafterk anzuzapfen, das uns mit wahrer Freude, Erfüllung und authentischen Segnungen versorgt. Der Schöpfer bittet uns, unsere Herzen zu öffnen und Ihn hineinzulassen. 

 

Der Abschnitt in dieser Woche ist Behar. Behar bezieht sich auf den Berg Sinai, einer der kleineren Berge der Welt. Auf diesem Berg empfing die Welt diese grosse Segnung - eines unserer Werkzeuge, bekannt auch als ‚die Torah’. Die Kabbalisten lehren, dass die Grösse des Berges Sinai zeigt, dass dieser bescheiden und ohne Ego ist und es genau deshalb rechtfertigte, der Ort zu sein, an dem die Torah enthüllt wurde. Die Grundlage dieses Konzepts ist sehr schön. Wenn wir uns selbst als gross empfinden und meinen, unser Leben unter Kontrolle zu haben, ...drängen wir dann den Schöpfer nicht aus unserem Leben hinaus? Wollen wir wirklich, dass unsere Hände die einzigen Bewahrer unseres Lebens sind? Würden wir es nicht vorziehen, den Schöpfer als unseren Partner zu haben? Im letzten Teil des Abschnitts dieser Woche erinnert uns der Schöpfer an die Frage: „Gibt es irgendetwas, was zu schwer für mich ist?‘ Und der Berg Sinai lehrt uns, dass wir gerade in unseren bescheidenen Momenten Raum für den Schöpfer und für all seine Energie als Teil unseres Lebens schaffen können. Das ist das Geheimnis von Gewissheit. Sie bedeutet, die Kraft des Schöpfers zu kennen, um sie zu wissen und diese Energie in unser Leben eintreten zu lassen.

 

In Abschnitt Behar lehrt der Schöpfer die Israeliten, loszulassen, um einen Raum zu schaffen, sodass Sein Licht in deren Leben treten kann. Der Schöpfer sprach zu Moses und forderte ihn auf, den Israeliten zu vermitteln, wie kraftvoll es ist, weniger zu tun und mehr zu empfangen. Und so bittet auch uns der Schöpfer in dieser Woche, beiseite zu treten und eine Öffnung für Sein Licht zu schaffen - damit dieses in unser Leben treten kann und wir mehr bekommen werden, als wir es uns selbst jemals erschaffen könnten. Durch diesen Prozess werden wir ermutigt, den Schöpfer zu erkennen und wir lassen es zu, dass seine schöne und kraftvolle Energie sowohl unser eigenes Leben, als auch das Leben derer, die wir lieben und die gesamte Welt zum Besseren verändert.

 

Sehr häufig versuchen wir mit aller Kraft, unser Leben zu meistern, nur um dann zu erkennen, dass sich unsere Pläne doch in Luft auflösen und uns unsere Träume durch die Finger rinnen. Wenn wir denken, dass nur wir allein unsere Ziele erreichen könnten, dann wird das leider nicht immer funktionieren. Wie auch immer, dieser ‚Kampf’ im Leben ist nicht nötig. Es gibt ein System, das (wenn wir dafür offen sind, es anzuzapfen) uns helfen und nähren kann. Der Schöpfer bittet uns nur darum, eine kleine Öffnung (so klein wie ein Nadelöhr) zu erschaffen und dann wird er diese Öffnung vergrössern und sie zu einer Öffnung machen, durch die wir grosse Wunder erfahren können. Der Schöpfer kann Alles für uns tun. Der Schöpfer ist eine endlose, positive Quelle. Er ist da für uns und möchte mit uns teilen; wir müssen es ihm nur ermöglichen. Wenn wir uns mit seiner Energie verbinden, dann erfahren wir Wunder und schliesslich siegt der Geist über die Materie. Auch wenn wir mit unseren Augen die nächtliche Dunkelheit wahrnehmen, so können wir doch im Geiste sehen, wie die Sonne wieder aufgehen wird. Wenn wir offen dafür sind, ruhig zu sein und die Dinge einfach ein wenig loslassen, dann können wir mehr empfangen, als wir je dachten, dass es möglich sei.

 

Setzt Euch während Eurer Meditationen in dieser Woche still hin, schließt Eure Augen und nehmt einen tiefen Atemzug. Lasst uns an die Worte der Weisen erinnern: ‚Die Welt ist eine schmale Brücke und das Geheimnis des Lebens ist es, nicht ängstlich zu sein, diese zu überqueren‘. Sitzt ruhig, still und erlaubt es dieser Nachricht, in Euren Geist einzudringen. Dann erlaubt es dieser Weisheit, in Euer Herz hineinzufallen. Lasst es nicht nur ein Glaube an Eure eigenen Gedanken sein, sondern lasst es die Gewissheit Eures Herzens sein. Lasst die Hand des Schöpfers in Euer Leben, indem Ihr Eure eigene Hand einmal vom Ruder nehmt. Schafft einen Raum; erlaubt es dem Licht, einzutreten und Euch alles zu geben, was Ihr braucht  sowie die Wunder und die Liebe, die Ihr verdient. Erlaubt es Euch selbst, klein zu sein (wie der Berg Sinai) und lasst zu, dass grosse Dinge geschehen. Seht, wie die Sonne langsam am Horizont wieder aufgeht. Und seid im Angesicht dieser Grösse und Kraft demütig gegenüber der Schönheit und der Perfektion der Schöpfung. Heisst die grossartige Unterstützung dieses Lichts in Eurem Leben willkommen. Der Schöpfer liebt uns und er will nur das Beste für uns.

 

Manchmal müssen wir nur ein wenig Platz in unseren Herzen schaffen, sodass Er hereinkommen kann und wir die Fülle, die der Schöpfer mit uns teilen möchte, empfangen können.

Die Treppe zur Spiritualität
Published in: Posted on: October 19, 2018

Wöchentliche Botschaft von Karen Berg:

Die Treppe zur Spiritualität
 
Auf der Straße des Lebens werden uns viele Wege zur Auswahl angeboten. Wenn wir dann an eine Weggabelung kommen, müssen wir uns entscheiden, in welche Richtung wir gehen. Oder wir schauen einfach nach einem geraden, horizontalen Weg - der wie eine Zeitlinie ist, auf der wir vorwärts gehen. Manchmal allerdings geht der Weg vor uns direkt senkrecht nach oben - das ist der Weg der Spiritualität. Der Weg, auf dem ein Vorankommen in Bereichen unseres Lebens geschieht, die wir 'nur' mit unseren Augen oft nicht sehen können.

Was aber genau bedeutet es, wenn wir sagen wir sind 'fortgeschritten'? Was ist 'wahre' Evolution? Gary Zukav schreibt in seinem Buch 'Von Seele zu Seele': „Unser tiefes Verständnis sagt uns, dass ein wahrlich entwickeltes Wesen jemand ist, der andere Menschen mehr schätzt als sich selbst - und das bewertet Liebe höher als den Wert der physischen Welt und all dessen, was in ihr ist.“ Im Laufe unseres Lebens lernen wir, dass nicht die Größe des Hauses oder die des Bankkontos wertvoll ist, sondern die Größe unseres Herzens. Es ist der Weg der Liebe, der uns zu heiligen Wesen werden lässt. In den Momenten, in denen wir lieben, beginnen wir auf diesem senkrechten Weg nach oben hinaufzusteigen und auf einer höheren Ebene erste Schritte zu gehen. Wir können beginnen zu verstehen, dass die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, unsere Entwicklung bestimmt. Der Schöpfer ist eine Kraft der Liebe, eine Alles gebende und liebende Kraft und wir wurden von dieser Kraft erschaffen. Diese Kraft ist unsere Essenz. Wie einen vergrabenen Schatz erkennen wir unsere verborgene Rechtschaffenheit, wenn wir uns dazu entscheiden, den Weg der Liebe zu gehen. Wenn wir uns entscheiden, wie der Schöpfer zu werden, dann lassen wir unsere Heiligkeit erkennen. Eine Heiligkeit, die unser Geburtsrecht ist und die reinigt, die heilt und die jede dunkle Ecke in unserem Leben entfernt. In dieser Woche bittet uns das Universum, den Weg dieser Rechtschaffenheit zu gehen, um die heiligen Funken in uns zu einem großen Feuer werden zu lassen. In dieser Woche ergibt sich für uns die Möglichkeit, auf der Treppe der Spiritualität hinaufzusteigen.

Der Abschnitt dieser Woche besteht wiederum aus zwei Teilen. Wir lesen in dieser Woche 'Acharei Mot' und 'Kedoshim'. Der Schöpfer gab sie uns, damit wir zusammenarbeiten können und er bietet uns mit ihnen eine doppelte Dosis der Energie an, die gerade so notwendig ist. Übersetzt bedeutet Acharei Mot 'nach dem Tod'. Kedoshim wird mit 'heilig' übersetzt. Zusammen ergibt sich daraus: 'Nach dem Tod sind sie heilig.' Die Kabbalisten enthüllen, dass der Tod, über den hier gesprochen wird, kein physischer Tod ist, sondern der Tod unseres Ego. Das Ego ist wie ein Käfig, der sich um unser Herz schliesst. Wenn es unseren Herzen erlaubt ist, frei zu lieben, dann entdecken wir den heiligen Weg, der zum Schöpfer führt. Genau diese Heiligkeit ist das Geschenk in dieser Woche.
 
In den beiden Abschnitten sehen wir, wie Aaron Opfergaben im Tabernakel bereitet, um die Israeliten von ihrer Negativität zu reinigen. Diese Reinigung ist ein Weg, die Israeliten dem Schöpfer näher zu bringen. Ferner instruiert der Schöpfer Moses, die Israeliten über einige Richtlinien, Gesetze und über bestimmte Verhaltensweisen (wie man würdig mit Menschen umgeht) zu informieren... durch „...liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.“ Wir lernen hier, dass Deinen Nächsten zu lieben wie Dich selbst, ein Teil des Weges ist, um 'Eins' mit dem Schöpfer zu werden. Es ist die Sorge um unsere Mitmenschen, die uns im Licht und in der Energie des Schöpfers reinigt. Acharei Mot wird nur zweimal im Jahr gelesen. Einmal jetzt in diesem Monat Stier (bekannt auch als der Monat der Heilung) und ein anderes Mal zu Yom Kippur (auch bekannt als der heiligste Tag des gesamten Jahres). Ein Tag, der uns erhebt, uns mit dem Schöpfer zu vereinen und die vollkommene Reinigung zu erfahren. In dieser Woche ist diese unschätzbare und seltene Energie für alle, die daran teilhaben wollen, verfügbar.
 
Es kann sein, dass wir entweder völlig überwältigt sind oder uns komplett verloren fühlen und nicht wissen, was wir als Nächstes tun sollen. Wir können in der physischen Welt feststecken oder einem nichtssagenden Hinweis nach dem anderen hinterherjagen. Selbst wenn wir unsere Ziele erreichen, dann kann es sein, dass sie uns nicht das Glück bringen, dass wir suchen. Der Weg der Heiligkeit ist der Weg unserer tiefsten Erfüllung. Uns hier auf der Erde mit dem Schöpfer zu vereinen - das ist unsere wahre Aufgabe, sie zu leben: Wir reisen durch das Leben, finden Seelen, die unsere Unterstützung und Liebe brauchen. Diese Seelen geben uns die Möglichkeit, unsere gefrorenen Herzen aufzutauen und den Schöpfer in uns zu aktivieren. Sobald wir unser Herz geöffnet haben und damit beginnen, zu lieben, verschwindet die Dunkelheit und all die Unreinheiten werden weggewaschen und wir können beginnen, des Schöpfers Heiligkeit in uns selbst zu enthüllen.
 
Setzt Euch für die Meditation in dieser Woche still und ruhig an ein Fenster und schließt Eure Augen. Atmet mehrmals tief ein und aus. Beginnt nun die Wärme des Sonnenlichts auf Eurem Gesicht zu spüren. Seht, wie Ihr selbst von Eurem Haus aus in den Himmel schwebt. Dann landet Ihr auf einer Wolke und dort findet Ihr eine wunderschöne Treppe nach oben. Und während Ihr auf dieser warmen Wolke schwebt, beginnt sich Euer Herz zu öffnen und Ihr erinnert Euch an all die Menschen, die Ihr in Eurem Leben liebt. Seht ihre Gesichter, fühlt die Liebe. Nehmt diese Liebe und macht sie grösser, erweitert sie. Fühlt, wie sich Euer Herz ausdehnt und wie es wächst. Sendet Eure Liebe an all die Menschen, mit denen Ihr arbeitet und an alle anderen Freunde, Verwandten, Bekannten. Nehmt nun diese Liebe und dehnt sie noch weiter aus - auf die ganze Stadt; liebt jede Person dort. Erweitert Eure Liebe noch weiter über das ganze Land und schliesslich über den gesamten Globus. Die gesamte Welt badet in Liebe und Licht. Nun ist es an der Zeit, die Liebe des Schöpfers zu verkörpern. Wenn Ihr fühlt, wie die Liebe durch Euer Wesen und durch Euer großes Herz strahlt, dann werdet Ihr heller scheinen, als je zuvor. Beginnt nun diese Treppe hinaufzusteigen. Das Licht und die Liebe des Schöpfers umgeben Euch bei jedem Schritt - und auf dem Weg nach oben entfernt Ihr Schritt für Schritt die Negativität aus Eurem Leben. Dieses Licht heilt. Dieses Licht reinigt. Ihr fühlt das Licht des Schöpfers wie es durch Euer gesamtes Wesen scheint. Fühlt, dass Ihr vollkommen aus Liebe geschaffen seid - Liebe für andere, Liebe für den Schöpfer und Liebe für Euch selbst.

Durch diese Liebe mögen wir es uns in diesem Leben verdienen, heilig und Eins mit dem Schöpfer zu sein. In dieser Woche öffnen wir unsere Herzen und steigen auf in unsere Heiligkeit. Mit dieser Entwicklung unserer Seele werden die wahrsten Schätze zu uns kommen, die wir je gekannt haben.
 
Ich wünsche Euch eine gesegnete Woche

Karen

Wer ist Gott?
Published in: Posted on: October 19, 2018

In der Kabbalah haben die Wörter, die wir benutzen, besondere Bedeutungen. Oft sind diese Bedeutungen etwas abweichend von traditionellen Begriffen. Das Wort „Gott“ ist eines von diesen Begriffen. In der ursprünglichen hebräischen Sprache der Bibel gibt es drei verschiedene Wörter für „Gott“, weil jedes Wort eine andere Form spiritueller Energie beschreibt. Diese Feinheiten sprengen jedoch den Rahmen dieser Frage. Lassen Sie uns die Erörterung also enger fassen und gezielt auf Ihre Frage eingehen.

“Gott” ist das Unendliche Licht, und “Schöpfer” ist die Quelle des Lichts, welches weit über unsere Vorstellungskraft hinaus geht. Allein die Idee von einem Ewigen, Unendlichen Licht zu begreifen, ist schon viel verlangt.

Nun wurde jeder von uns mit einer Seele geschaffen, die zu 100 Prozent von Licht erfüllt ist. Daher HAT jeder von uns eine Beziehung zu Gott. Das Licht in uns besteht aus einzigartigen Talenten und Fähigkeiten, die dazu da sind, uns bei der Vollendung unserer spirituellen Arbeit zu helfen. Unsere spirituelle Arbeit in der Welt ist es NICHT, das Licht zu empfangen (weil wir schon damit erfüllt sind), sondern, unser Licht aufzudecken, indem wir proaktive Handlungen der Veränderung teilen. Wie wir mit dem Studium der Kabbalah lernen, wird uns die Offenbarung des Lichts einen höheren Sinn für wahre und anhaltende Erfüllung geben. Daher sind unsere Talente, Fähigkeiten und Ressourcen erforderlich, um unsere persönliche Korrektur (Tikun) und die gemeinschaftliche Korrektur (Tikun) zu vollenden.Demzufolge ist das Licht im Gegensatz zu Gott, der kein „Wesen“ im herkömmlichen Sinn ist, eine intelligente, bewusste Energiemacht. Und dieses Licht, das die Quelle von JEDER anhaltenden Erfüllung ist, leuchtet rund um die Uhr. Folglich gibt es KEINEN Ort, wo das Ewige Licht nicht existiert. Der Grund dafür, dass die Menschen es nicht zu 100% erleben, besteht darin, dass wir durch unsere eigenen Handlungen Schleier erzeugen, die uns vom Licht trennen.

Wenn eine Person unter diesen Bedingungen zu Gott “spricht”, öffnet sich das eigene Bewusstsein, um Inspiration vom Licht zu erhalten und Klarheit über die eigene Situation im Leben zu bekommen. In dem Moment, in dem wir unser Herz und unseren Geist öffnen, um dieses Licht zu empfangen, werden wir ein Gefühl der „Wärme“ erfahren, weil das Licht in uns aktiviert wird.

Der Begriff "Vater" hat ebenfalls eine konkrete Bedeutung in der Kabbalah. Er steht für den Grad des Lichts, der Chochmah am Baum des Lebens genannt wird, welcher auch als aba, „Vater“, bezeichnet wird. Aus dieser Hinsicht können wir Gott unserern „Vater“ nennen, weil jeder von uns „als Gottes Abbild“ erschaffen wurde. Dies spiegelt die Einheit und Einigkeit der Menschen wider; wir alle sind perfekte Wesen des Lichts in „Gottes Augen“, ohne Unterschiede zwischen uns.

Fazit: Wir alle haben eine persönliche, warme, liebende und offenherzige Beziehung zu Gott, der intelligenten Lichtmacht, die die Quelle des Lebens, der Inspiration, Motivation und Liebe für alle menschlichen Wesen darstellt. Wie Rav Berg und Karen das Ziel des Kabbalah Centres erklären: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst, Menschenwürde für Alle, und Frieden.

Lassen Sie sich von Ihrem Tikkun leiten
Published in: Posted on: October 19, 2018

Ab dem Augenblick unserer Geburt liegt ein Weg vor uns. Manche glauben, dass dieser Weg weit geöffnet und frei von Hindernissen ist. Die Kabbalisten lehren jedoch, dass trotz des endlosen Potenzials, mit dem wir geboren werden und mit dem wir wunderbare Dinge in diesem Leben tun können, unsere Wege nicht ohne Herausforderungen sind. Das Kabbalah Centre lehrt, dass unsere jetzigen Leben von den vorigen Leben beeinflusst werden. Jeder von uns wird mit einem Tikkun geboren, oder Aspekten von uns selbst, die es in diesem Leben zu reparieren gilt.

Tikkun ist das aramäische Wort für „Korrektur“. Unser Tikkun zeigt uns, wie unsere Vergangenheit unsere Gegenwart beeinflusst, oder präziser, wie die Entscheidungen, die wir getroffen haben unsere zukünftigen Entscheidungen bestimmen werden. Unser Tikkun kann mit Geld, Gesundheit oder Beziehungen (romantisch, platonisch oder familiär) zu tun haben. Das heißt, möglicherweise sollten wir unser Verhalten in verschiedenen Bereichen unseres Lebens, in denen wir reaktiv oder selbstsüchtig waren, korrigieren.

Anfangs mag es schwierig sein, herauszufinden, was Ihr persönliches Tikkun ist. Aber wenn Sie wissen, wonach Sie suchen, ist es tatsächlich recht einfach. Schenken Sie dem Beachtung, was Ihnen Schmerz bereitet oder Sie unzufrieden macht. Vermutlich ist das Ihr Tikkun.

Denken Sie an eine Zeit in Ihrem Leben zurück, in der Sie scheinbar immer wieder gegen dieselbe Wand gelaufen sind. Sie haben sich vermutlich durch Ihr Tikkun gearbeitet. Oder haben Sie sich jemals gefragt, ob das Universum gegen Sie ist? Wenn Sie wiederholt auf dieselben Probleme stoßen, dann ist es tatsächlich die Hand des Schöpfers, die Ihnen zeigt, woran Sie arbeiten sollten. Das ist Ihr Tikkun. Und wenn Sie die Lektion beim ersten Mal nicht lernen, wird die Situation in der einen oder anderen Form erneut auftauchen.

Zum Beispiel mögen es einige Menschen schwer damit haben, vor Anderen für sich selbst einzustehen. Sie befürchten, dass sie Andere versehentlich verletzen könnten, indem sie ihre eigene Wahrheit aussprechen. Anstatt etwas zu sagen und damit zu riskieren, andere zu verärgern, unterdrücken sie ihre Gefühle und übergehen die Situation. Um dieses Verhalten zu korrigieren, muss diese Person möglicherweise Selbstbewusstsein aufbauen, sodass sie ihre Bedürfnisse und Wünsche besser durchsetzen können.

Es mag auch sein, dass eine Person in der Vergangenheit Ungerechtigkeit erfahren hat oder etwas ihm sehr wichtiges verloren hat. Dementsprechend findet sie es schwierig, anderen zu vertrauen und hat möglicherweise das Gefühl, dass sie sich an ihre Besitztümer oder Beziehungen klammern muss, wenn diese bedroht sind - ob die Bedrohung nun echt ist, oder nicht. Dieses Tikkun zu korrigieren bedeutet, Angst und Ärger loszulassen, um wieder vertrauen zu können und das Beste in anderen zu sehen.

Wenn wir nicht an unserem Tikkun arbeiten, können wir uns niedergeschlagen, abgekoppelt von der Welt oder apathisch fühlen. Es kann uns zu der Frage über den Sinn des Lebens führen, oder sich so anfühlen, als mache das Leben keinen Sinn. Wenn wir unser Tikkun verstehen, dann macht das Leben Sinn. Wir sind in der Lage, unsere Ängste loszulassen und Hindernisse zu überwinden, die möglicherweise unser Wachstum oder unsere Fähigkeit, uns mit dem Licht zu verbinden, behindern. Unser  Tikkun zu kennen, befähigt uns, unser volles Potential auszuschöpfen und es gibt uns ein Gefühl von Sinn.

“Jeder von uns kommt mit einem Tikkun in dieses Leben, einer Korrektur, die wir vornehmen müssen”, sagt Michael Berg. “Diese Aufgabe zu vermeiden kann zu Depressionen führen, und selbst wenn wir uns ihr widmen, können unsere Zweifel und Unsicherheiten unseren Schmerz vergrößern. Aber sobald wir erkennen, was zu korrigieren wir hier sind und die schwere Arbeit, unser Tikkun aus dem Weg zu räumen, erfolgreich meistern, dann weichen diese dornigen Dickichte üppigen Wiesen, und Sorge weicht Ausgelassenheit und Freude.

Wir werden alle auf erhebliche Hindernisse in unserer Lebenszeit treffen, die nicht dazu da sind, umgangen zu werden. Um unser Tikkun zu korrigieren, ist es wichtig, unser Verhalten zu reflektieren und offen dafür zu sein, Probleme direkt anzugehen. Es ist leicht, Verantwortung oder Schuld auf andere abzuwälzen. Dabei sind wir selbst die einzigen, die über unser Glück und unsere Erfüllung bestimmen. Es erfordert tiefe spirituelle Arbeit, zu erkennen, dass wir selten das Opfer äußerer Umstände sind. Wenn Sie sich durch Ihr Tikkun arbeiten, haben Sie es im Gespür, dass Sie auf dem richtigen Weg sind, oder dass das Leben sich in die richtige Richtung bewegt – sogar wenn Sie Schwierigkeiten erfahren. Wenn Sie einmal verstehen, was Ihr persönliches Tikkun ist, können Sie persönliche Schwächen lokalisieren, die Sie vom Kurs abbringen und ungelöste Probleme aus Ihrer Vergangenheit erkennen.

Je eher wir merken, dass gewisse Hindernisse Teil unseres Tikkuns sind und damit eine Einladung, die Arbeit anzugehen und unser Verhalten zu korrigieren, desto eher werden wir in der Lage sein, Erfüllung zu finden. Die Straße zu spiritueller Freude mag nicht so weit offen und klar daliegen, wie wir womöglich hoffen. Aber genauso soll es sein. Ihre Arbeit ist dort, wo Sie Schmerz und Unbehagen spüren. Rav Berg erklärt, “Unser Tikkun zeigt uns den Weg, zeigt uns die Arbeit, die wir an uns selbst tun müssen.” Bis wir nicht wirklich die Arbeit erledigen, werden wir nie unser volles Potential zu Größe ausschöpfen.

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„Dies ist also der Maßstab: wo bin ich, nicht in der Referenz zu Anderen, sondern in der Referenz zu mir selbst?“- Michael Berg 2 years 1 month ago
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